Website der Stiftung "Deutsches Zentrum Kulturgutverluste"

Neue Empfehlung der Beratenden Kommission

Datum 02.02.2021

Die Be­ra­ten­de Kom­mis­si­on im Zu­sam­men­hang mit der Rück­ga­be NS-ver­fol­gungs­be­dingt ent­zo­ge­nen Kul­tur­guts, ins­be­son­de­re aus jü­di­schem Be­sitz, hat un­ter dem Vor­sitz von Prof. Dr. Hans-Jür­gen Pa­pier in der Sa­che Er­ben nach Max Fi­scher ./. Land Ba­den-Würt­tem­berg am 10. De­zem­ber 2020 ein­stim­mig be­schlos­sen, die Re­sti­tu­ti­on des Ge­mäl­des Ge­schwis­ter von Erich He­ckel an die Er­ben­ge­mein­schaft nach Max Fi­scher zu emp­feh­len.

Das Ge­mäl­de be­fand sich bis Ja­nu­ar 1934 im Ei­gen­tum von Max Fi­scher. Fi­scher war pro­mo­vier­ter His­to­ri­ker. We­gen sei­ner jü­di­schen Ab­stam­mung wur­de er in­di­vi­du­ell und kol­lek­tiv ver­folgt. 1935 ver­ließ er Deutsch­land, 1936 emi­grier­te er dau­er­haft in die USA.

Im Ja­nu­ar 1944 be­fand sich das Ge­mäl­de bei Erich He­ckel im Kel­ler sei­nes Ber­li­ner Wohn­hau­ses. He­ckel stif­te­te es 1967 der Kunst­hall­te Karls­ru­he, wo es sich seit­dem be­fin­det.

Es konn­te nicht auf­ge­klärt wer­den, wann und un­ter wel­chen Be­din­gun­gen zwi­schen Ja­nu­ar 1934 und Ja­nu­ar 1944 Erich He­ckel in den Be­sitz des Ge­mäl­des ge­lang­te oder so­gar Ei­gen­tum an die­sem er­hielt. Nach Auf­fas­sung der Be­ra­ten­den Kom­mis­si­on ist so­mit von ei­nem NS-ver­fol­gungs­be­ding­ten Ent­zug aus­zu­ge­hen. Da­her hat die Kom­mis­si­on ein­stim­mig be­schlos­sen, die Re­sti­tu­ti­on der Ge­schwis­ter an die Er­ben nach Max Fi­scher zu emp­feh­len. Die Er­ben nach Max Fi­scher ha­ben an­ge­kün­digt, das Ge­mäl­de Ge­schwis­ter an das Vir­gi­nia Mu­se­um of Fi­ne Arts zu stif­ten. Die Kom­mis­si­on wür­digt dies als be­son­de­re Ges­te.

Die voll­stän­di­ge Be­grün­dung der Emp­feh­lung fin­det sich auf be­ra­ten­de-kom­mis­si­on.de.